Was ist ein TFP-Shooting eigentlich?
01.Du bist auf der Suche nach einem Fotografen und liest immer wieder von TFP? Die Abkürzung steht üblicherweise für „Time for Prints“. Früher waren damit oft tatsächlich Abzüge gemeint. Heute werden die vereinbarten Bilder meistens digital bereitgestellt. Der Gedanke dahinter ist gleich geblieben: Model und Fotograf bringen ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Arbeit in ein gemeinsames Projekt ein und erhalten dafür Bilder zur vereinbarten Nutzung.
Bei einem klassischen TFP-Fotoshooting zahlen Model und Fotograf einander kein Honorar. Das bedeutet aber nicht, dass die Arbeit keinen Wert hat. Vorbereitung, Fotografieren, Bildauswahl und Bearbeitung kosten Zeit. Auch Styling, Outfits und die Bereitschaft, vor der Kamera etwas auszuprobieren, sind ein Beitrag. Eine gute Zusammenarbeit funktioniert dann, wenn beide Seiten etwas von den entstehenden Bildern haben.
Ob eine Portraitserie im natürlichen Licht, ein ungewöhnliches Fashion-Konzept oder eine neue Art der Lichtsetzung: Bei TFP sollte es eine Bildidee geben, die uns beide interessiert. Einfach nur ein reguläres Shooting ohne Bezahlung daraus zu machen, trifft den Gedanken nicht besonders gut. Wir überlegen vorher, welche Aufnahmen entstehen sollen und weshalb sie zu unseren jeweiligen Portfolios passen.
Kosten können trotzdem entstehen, etwa für ein Mietstudio, besondere Requisiten oder die Anreise. Deshalb gehört auch zur Absprache, ob solche Ausgaben anfallen und wie sie verteilt werden. TFP allein sagt außerdem noch nichts darüber aus, wie viele Bilder du erhältst, wie sie bearbeitet werden oder wann sie fertig sind. Diese Punkte klären wir für das konkrete Projekt.
Für wen eignet sich ein TFP-Fotoshooting?
02.TFP kann interessant sein, wenn du dein Model-Portfolio aufbauen möchtest und dafür passende Portraits oder eine zusammenhängende Bildserie suchst. Auch ohne viel Erfahrung vor der Kamera kannst du eine spannende Idee, einen eigenen Stil oder eine besondere Ausstrahlung mitbringen. Ein professionelles Portfolio ist deshalb nicht automatisch die Voraussetzung für eine Anfrage.
Genauso kann ein TFP-Projekt für erfahrene Models und Fotografen reizvoll sein. Vielleicht möchtest du eine andere Bildsprache ausprobieren oder Aufnahmen ergänzen, die in deinen bisherigen Arbeiten fehlen. Manchmal entsteht die passende Konstellation auch mit einer Visagistin, einem Stylisten oder einer Designerin. Entscheidend ist, dass alle wissen, was sie beitragen und welche Ergebnisse sie nutzen dürfen.
Schau dir vor einer Anfrage gern mein Fotografie-Portfolio an. Wenn du dir die Aufnahmen ansiehst, bekommst du ein Gefühl dafür, welche Stimmung, Gestaltung und Aufnahmebereiche zu meiner Arbeit passen. Es hilft mehr, wenn du mir sagst, welche Bildserie dich anspricht und warum, als wenn wir nur allgemein „irgendwelche schönen Fotos“ vereinbaren.
Wichtig ist auch, dass die geplante Verwendung der Bilder zu dir passt. Bei TFP möchten häufig beide Seiten die Ergebnisse zeigen, etwa auf ihrer Website, in einer Sedcard oder auf Instagram. Wenn du bestimmte Bilder ausschließlich privat behalten möchtest, sprich das offen an. Dann können wir einschätzen, ob die gewünschte Zusammenarbeit als TFP-Projekt sinnvoll ist oder ein anderes Shooting besser zu deinen Vorstellungen passt.
Biete ich selbst TFP-Shootings an?
03.Ja, in Einzelfällen. Wenn mich eine Idee anspricht und ich darin eine interessante Ergänzung zu meinen Arbeiten sehe, bin ich offen für ein gemeinsames TFP-Fotoshooting. Dabei kommt es für mich auf das Zusammenspiel an: auf die Bildidee, deinen Stil und die Frage, ob wir Lust haben, gemeinsam daran zu arbeiten. Ein ausgefallener Vorschlag kann genauso interessant sein wie ein ruhiges, stimmiges Portraitkonzept.
Schreib mir dafür gern über Kontakt oder direkt über mein Instagram-Profil @maikb.photography. Sag am besten gleich dazu, dass es um eine TFP-Anfrage geht. Wenn du schon Referenzbilder, ein Moodboard oder einen Link zu deinen bisherigen Arbeiten hast, kannst du sie gern als Gesprächsgrundlage mitbringen.
Hilfreich sind außerdem ein paar aktuelle Portraits, eine grobe Vorstellung von Location und Outfit sowie deine zeitlichen Möglichkeiten. Die Bilder müssen nicht eigens professionell aufgenommen worden sein. Mir geht es darum, einen ersten Eindruck zu bekommen und zu verstehen, was du dir vorstellst. Du musst die komplette Organisation noch nicht fertig geplant haben.
Wenn die Idee für uns beide passt, besprechen wir den Ablauf und die Rahmenbedingungen. Was grundsätzlich vor, während und nach einem Termin passiert, findest du beim Fotoshooting in Dresden. Die Tipps zur Vorbereitung auf ein Fotoshooting helfen dir auch bei einem TFP-Projekt – gerade bei Outfits, Styling und dem entspannten Einstieg vor der Kamera.
Model-Release: Was halten wir im Shootingvertrag fest?
04.Auch bei einem freundschaftlichen oder unbezahlten Projekt lohnt es sich, die Vereinbarungen schriftlich festzuhalten. Mit „Model-Release“ ist die Erklärung gemeint, in welchem Umfang die fotografierte Person mit der Verwendung beziehungsweise Veröffentlichung ihrer Aufnahmen einverstanden ist. Diese Freigabe kann Teil eines umfassenderen Shootingvertrags sein, der zusätzlich die Zusammenarbeit und die Nutzungsrechte an den Bildern regelt.
Das sind verschiedene Fragen: Welche Aufnahmen entstehen? Welche bearbeiteten Bilder bekommst du? Für welche Zwecke darf ich sie verwenden, und welche Nutzung ist dir erlaubt? Das Urheberrecht des Fotografen und dein Recht am eigenen Bild sind nicht dasselbe. Dass du auf einem Foto zu sehen bist, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass du es beliebig weitergeben oder verwerten darfst. Umgekehrt ist ein gemeinsames Shooting keine pauschale Erlaubnis für jede spätere Veröffentlichung durch den Fotografen.
Im Vertrag sollte möglichst konkret stehen, ob beispielsweise eine Veröffentlichung im Portfolio, in sozialen Netzwerken oder in einer Sedcard vorgesehen ist. Auch die Weitergabe an andere Beteiligte, mögliche kommerzielle Nutzungen und eine Namensnennung lassen sich dort festhalten. Für mich gehört zur Vorbereitung außerdem, Aufnahmebereiche und persönliche Grenzen klar zu besprechen. Eine Unterschrift soll nicht etwas absegnen, womit du dich eigentlich unwohl fühlst.
Ebenso sinnvoll sind Absprachen zur Bildauswahl, zur Anzahl und Bearbeitung der fertigen Aufnahmen, zum Übergabezeitraum und zu eventuellen Kosten. Auch die Frage, ob eigene Filter, zusätzliche Retuschen oder eine Weitergabe an Dritte erlaubt sind, sollte nicht erst auftauchen, wenn die Bilder schon online stehen. Gerade bei TFP sorgen solche Details dafür, dass beide Seiten mit derselben Vorstellung in das Projekt gehen.
Die rechtlichen Grundlagen unterscheiden ebenfalls zwischen der Einwilligung zur Veröffentlichung von Bildnissen (§ 22 KunstUrhG) und der Einräumung von Nutzungsrechten (§ 31 UrhG). Ein schriftlicher Vertrag hilft, diese Vereinbarungen nachvollziehbar zu machen. Er ersetzt weder die persönliche Abstimmung noch die Beachtung der jeweils geltenden Persönlichkeits- und Datenschutzrechte.
Für die praktische Auswahl und Übergabe nutze ich PicSnap. Wie du dort Favoriten markierst und die freigegebenen Bilder erhältst, erkläre ich bei der Bildauslieferung mit PicSnap. Ein Galerie-Zugang oder ein Download ersetzt dabei nicht den Shootingvertrag: Welche Nutzung vereinbart ist, ergibt sich aus unserer Absprache und den dazu festgehaltenen Rechten.
